Angriff aus dem Internet

Umfrage: Wie realistisch wird die Gefahr des Cybermobbings eingeschätzt?

Angriff aus dem Internet
32 Prozent der deutschen Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren sind einer Umfrage zufolge bereits einmal Opfer einer Cybermobbing-Attacke geworden.
Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen/thx

Das Internet ist eine faszinierende, aber oftmals auch gefährliche Technologie. Vor allem das Thema Cybermobbing – also das Mobbing im Internet oder via Mobiltelefon – bewegt seit einiger Zeit die Gemüter. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hatte erstmals das Ausmaß der entsprechenden Angriffe verdeutlicht. Demnach waren 32 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren in Deutschland bereits einmal Opfer einer Cybermobbing-Attacke. Jeder fünfte Schüler wurde im Internet oder per Handy direkt bedroht oder beleidigt. Jeder Sechste litt unter Verleumdungen, bei rund zehn Prozent kam es bereits einmal zu einem Missbrauch der Internetidentität.

Gegen Angriffe aus dem Internet kann man sich wehren

Die Gefahren aus dem Word Wide Web sind für jugendliche User also tatsächlich groß – und werden von vielen Bundesbürgern auch realistisch eingeschätzt. Das ergab zumindest eine aktuelle TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen. Etwa jeder fünfte Befragte (21 Prozent) schätzte ungefähr korrekt ein, wieviele Jugendliche bereits einmal Opfer einer Cybermobbing-Attacke geworden sind. 24 Prozent vermuteten sogar eine noch höhere Quote. Im Gegenzug nahmen allerdings auch 49 Prozent der Befragten an, dass die Zahl der von solchen Angriffen Betroffenen teilweise deutlich niedriger sei.

Aber wie kann man sich wehren, wenn man im Web belästigt, bedrängt oder diffamiert wird? Kriminaldirektor Andreas Mayer ist Geschäftsführer der Zentralen Geschäftsstelle Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Er rät im Falle von Internetstalking: “Wenn man sich bedroht fühlt, sollte man sich an die nächstgelegene Polizeidienststelle wenden und Anzeige erstatten.” Dabei solle man in einem Kalender alles dokumentieren, was der Stalker schickt, mitteilt oder unternimmt. So habe man, falls erforderlich, Fakten und Beweismittel zur Hand. “In Fällen von Stalking kann man sich auch an Einrichtungen wenden, die Opfern helfen, wie etwa der Weiße Ring”, so Mayer.

Die “Täter” können belangt werden

Früher haben Jugendliche auf dem Schulhof gestritten oder in der Clique gelästert. Heute veröffentlichen sie übers Internet und Smartphone peinliche Fotos, posten Beleidigungen oder surfen unter falscher Identität. Wie kann man sich wehren, wenn unvorteilhafte Bilder im Internet auftauchen und man zudem weiß, wer sie eingestellt hat? Andreas Mayer: “Der entsprechende ‘Täter’ kann selbstverständlich belangt werden. Man sollte ihn zunächst auf die Rechtsverletzung aufmerksam machen und verlangen, dass die Bilder gelöscht werden.” Sollte dies nicht geschehen, könne man sich an die Polizei wenden. Die Löschung könne auch über den Netzwerkbetreiber vorgenommen werden. Allerdings seien je nach Netzwerkbetreiber die Voraussetzungen für das Löschen von Daten, Bildern oder ganzen Profilen unterschiedlich. Andreas Mayer rät deshalb dazu, sich über das entsprechende Vorgehen im Vorfeld gut zu informieren. “Grundsätzlich empfehle ich, so wenige Bilder und Videos wie möglich in soziale Netzwerken einzustellen, um dem Missbrauch durch Dritte auf diese Weise vorzubeugen”, betont der Experte.

Kinder und Jugendliche benötigen Unterstützung

Nach Ansicht von Andreas Mayer sollten sich Kinder und Jugendliche nicht allein gegen Mobbing wehren, sondern immer Erwachsene, Eltern oder Vertrauenslehrer einbeziehen, nur so könne das Mobbing wirkungsvoll gestoppt werden. Einen Account etwa in Facebook abzumelden, sei auf Dauer keine Lösung, weil sich das Mobbing-Opfer dadurch noch mehr isolieren würde. “Grundsätzlich sollte man bei Freundschaftsanfragen in sozialen Netzwerken wählerisch sein. Bei Problemen kann man sich jederzeit beispielsweise an die ‘Nummer gegen Kummer‘ des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) wenden oder sich auf der Beratungsseite von hast-du-stress.de informieren.”

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